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Sicherheit im ÖPNV bis zum Werkschutz: „Nur im Team erreicht man Ziele“

16. Dez 2022

Protex, (v.l.n.r) Engin Akbag (Protex, Geschäftsführer), Ernesto Plantera (Protex Sicherheitsdienste, Geschäftsführer)

Früher sorgte er als freundlicher Türsteher für Sicherheit und boxte sportlich um große Titel. Heute ist Ernesto Plantera Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens Protex – und beschäftigt sich damit, einen eigenen Boxverein zu gründen. Neben diesen langjährigen Konstanten gibt es eine dritte im Leben des Unternehmers: seine Familie.

Plantera ist verheiratet, hat vier Kinder und zwei Enkelkinder. Und an seiner Seite seine Frau Maria, mit der er in Ahnatal lebt: „Ich habe schon so viel erlebt, habe so viele Baustellen gehabt, auch gesundheitlich.“ Jetzt ist der 49-Jährige – trotz ständiger beruflicher Herausforderungen – zur Ruhe gekommen und dankbar: „Meine Frau ist meine große Stütze“, sagt er, ohne einen Moment nachdenken zu müssen.

Trotzdem macht er sich viele Gedanken. Denn Plantera hat in seiner leitenden Funktion Verantwortung für mehr als 500 Beschäftigte. Was ihm in dieser Rolle besonders wichtig ist? „Ich möchte nicht von oben herab führen“, stellt er klar. Denn Ziele erreiche man gemeinsam, nicht nur allein – „und das passiert viel einfacher, wirkungsvoller und schöner in einem Team“.

Die „Protex-Familie“ sucht Verstärkung

Protex ist sichtbar in Kassel und weit darüber hinaus: Ob in Museen, in Behörden, im Handel, auf Weihnachtsmärkten, bei Konzerten oder in Bus und Bahn – die Mitarbeiter sind an vielen Orten präsent. Und das ist Protex auch beim Recruiting, denn das international operierende Sicherheitsunternehmen aus Kassel bildet nicht nur in großem Stil aus, sondern stellt auch ein: Wer öfter durch die Kasseler Innenstadt bummelt, die regionalen Medien durchblättert oder sich interessiert auf Social Media tummelt, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon mal auf eine Kampagne gestoßen sein.

Plantera sucht Verstärkung für sein Team, „die Protex-Familie“. Und auch deswegen hat sich das Unternehmen im Marketing verstärkt: Seit Beginn des Jahres ist Melanie Ronshausen verantwortlich für diesen Bereich. Sie nimmt ihrem Chef viel Arbeit ab, unter anderem auch auf den immer wichtiger werdenden sozialen Netzwerken: „Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, die es gibt“, sagt Plantera. Und Ronshausen nennt ein Beispiel: „Wir haben eine Kampagne gefahren mit der Frage ‚Ich arbeite gern bei Protex, weil…‘ – und die Antworten haben wir niemandem in den Mund gelegt. Da kamen so tolle Aussagen bei raus, die aber auch so gemeint waren. Das Miteinander wird gelebt.“

Da ist es wieder, das Wir-Gefühl, auf das Plantera so Wert legt: „Bei den Mitarbeitenden müssen Anerkennung und Wertschätzung ankommen, sie müssen vom Erfolg auch partizipieren. Sie brauchen einen authentischen Rahmen, dass das, was man macht, auch wirklich so gemeint ist. Davon profitieren am Ende alle.“

Kostenlose Erstberatung für Unternehmen

Protex sei Partner, nicht nur Dienstleister, sagt er – und so ist es auch auf der Webseite zu lesen, die mit einer kostenlosen Erstberatung für Unternehmen wirbt. Denn ein Großteil der Aufträge der Kasseler liegen mittlerweile im Segment Werkschutz. „Die Thematik ist eigentlich immer, alle ins Boot zu holen und dann zusammen die beste Lösung zu finden. Das wiederholt sich, ob es Mitarbeiter sind oder Kunden. Wir sind gemeinsam erfolgreich.“

Und diese Philosophie funktioniert bei Protex, obwohl die Branche gerade in den letzten Jahren einem ständigen Wandel unterworfen war. „Weil wir flexibel sind“, sagt Plantera. „Am Anfang der Pandemie hat uns der Wegfall von Großveranstaltungen natürlich erst einmal geschockt. Aber dann entstand ein Bedarf an anderer Stelle, denn wir füllen konnten, etwa mit Zutrittskontrollen.“ Er lacht: „Wir haben schon Abstandsbänder geklebt, bevor das offiziell Pflicht wurde. Bevor der Kunde wusste, was er braucht, hatten wir das schon geliefert.“

Werkschutz nimmt zu – weniger Veranstaltungen

Die Devise sei, jetzt schon zu wissen, was man morgen braucht: „Unabhängig vom Ukrainekrieg war zum Beispiel vorher schon klar, dass mehr Flüchtlinge auch aus anderen Ländern kommen und Unterkünfte bereitgestellt werden. Darauf haben wir uns mit dem Personal eingestellt.“ Dachte Plantera noch im ersten Quartal, durch den Wegfall vieler coronabedingter Einsätze nicht ganz den Umsatz von 2021 erreichen zu können, freut er sich in 2022 sogar noch einmal über eine Steigerung: „Weil wir reagieren konnten.“

Und wenn dann mal eine Lücke entsteht, werde die mit anderen Dienstleistern gefüllt: „Wir haben mit vielen Partnern zusammengearbeitet, die dann auch nicht in ein Loch gefallen sind, weil ihre Branche mehr Probleme hatte als wir.“ Was übrigens ein Riesenvorteil des Standorts Kassel sei: „Man kennt sich hier im Dorf mit Straßenbahn. Man weiß, wie der andere arbeitet, hat oft ein persönliches Verhältnis.“ Das habe bei der Dynamik in den letzten drei Jahren mit den vielen Krisen geholfen, wenn schnell Lösungen gebraucht wurden.

Diese Dynamik zeigt sich schon an zwei Zahlen: Vor der Pandemie machte der Veranstaltungsbereich noch 30 Prozent der Aufträge von Protex aus – jetzt sind es nur noch fünf. Stark gewachsen sind dafür andere Bereiche, vor allem der Werkschutz. „Wir haben aber auch Zugbegleiter, Sicherheitskräfte in Unterkünften, Museen, im Handel, in Behörden und in vielen anderen Bereichen. Das sind mittlerweile fast 90 Prozent“, sagt Plantera.

Konfliktprävention durch Deeskalationstraining

Schon lange im Portfolio von Protex ist Deeskalationstraining für Mitarbeiter von Unternehmen. „Dabei geht es ganz praktisch etwa um Selbstschutz und Sicherheit der Beschäftigten, etwa für Zugbegleiter und in Behörden“, erklärt Plantera.

Man merkt dem 49-Jährigen, der stark sozial engagiert ist und im Bereich der Konfliktprävention auch viel mit Kindern arbeitet, die Leidenschaft für dieses Thema an: „Selbstbewusstsein auf Basis von Selbstschätzung gibt Sicherheit“, sagt er. „Selbstbewusstsein heißt: Sich über sich selbst bewusst zu sein. Jeder Werdegang ist einzigartig und jeder muss das Besondere an sich schätzen lernen. Wenn man das versteht, dann hat man auch die Bereitschaft, seinen Körper zu schützen – und das strahlt man dann auch aus. Konfliktprävention ist, von vornherein aus der Opferrolle herauszukommen und sich nicht als Opfer zu zeigen.“

Sein Ziel ist es, dass Konflikte gar nicht erst entstehen – und das ist auch das Ziel seines Deeskalationstrainings, das vom Aufbau her mit einem Gespräch einsteigt. Dann geht es in Praktische: „Neben dem Beschützen des Körpers sollte man auch wissen, dass man könnte, wenn man es müsste. Die Teilnehmer kriegen Techniken gezeigt, die von der Deeskalation bis in die Abwehr eines Angriffs gehen – und zwar nicht komplizierte Techniken, sondern Sachen, die jeder kann und jeder kennt. Und die man vielleicht schon mal gemacht hat´- aber eben nicht richtig.“

Sollte es dann doch einmal zu Konflikten kommen, sei Unsicherheit fehl am Platz: „Dann muss man wissen: Der Einzige, vor dem ich Angst haben muss, bin ich selbst. Weil ich weiß, was ich machen könnte. Und das muss mit ganz klarer Sprache, Mimik und Gestik geschehen“, sagt Plantera. Ein Deeskalationstraining in Unternehmen könne daher auch ein Geschenk des Arbeitgebers sein, weil es nicht nur um den Job gehe, sondern auch um Erfahrungen, die jeder in den privaten Bereich übertragen kann.

Boxverein am Auestadion

Privat hat der 49-Jährige für 2023 ein ganz besonderes Ziel: Im nächsten Jahr will Plantera in Räumlichkeiten des balance Fitnessstudios am Kasseler Auestadion einen Boxverein aus der Taufe heben. Wer also nach einem Deeskalationstraining Geschmack an der Selbstverteidigung gefunden hat, kann die körperliche Komponente dann mit dem Sicherheitschef direkt im Ring fortführen. Allerdings ist es eher wenig wahrscheinlich, bei dem erfahrenen Kampfsportler auch einen Treffer zu landen.

Zur Person: Ernesto Plantera

Ernesto Plantera (49) wurde in Kassel geboren. Seit 2018 ist er neben Protex-Gründer Engin Akbag geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführer der protex Sicherheitsdienste GmbH, zuvor hatte er von 1998 an den Geschäftsbereich Sicherheit aufgebaut. Seinen ersten Job im Sicherheitsdienst hatte Plantera im Alter von 16 Jahren als Aushilfe bei der Firma Schiemann. Als Ingrid Schiemann 2018 in den Ruhestand ging, übernahm er ihre Firmenanteile für die protexsicherheit gmbh. Im August diesen Jahres wurde Plantera aufgrund seiner Vita und seines sozialen Engagements in den Bundeswirtschaftssenat berufen. Im Unternehmerverband Nordhessen ist die Protex Group seit 2012 Mitglied.

Plantera ist verheiratet, hat drei Söhne, eine Tochter, eine Enkelin und einen Enkel. Er lebt in Ahnatal. Als Boxer und Kickboxer holte er über 100 nationale und internationale Titel selbst sowie ist als Trainer an unzähligen Titeln seiner Schüler beteiligt.

Jens Nähler
Jens Nähler

Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführer SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen.
Telefon: 0561 1091-322
Mobil: 0175 3289031
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