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CEO im Gespräch: Business Plan trifft Culture Plan – die Vision von Alexander Wild

4. Mai 2023

Alexander Wild, Inhaber Gothaer Versicherungsbank VVaG Bezirksdirektion Wild + Partner in Kassel

„Culture-Plan. Next level for your business.“ – mit diesen Worten begrüßt Alexander Wild die Besucher seines Profils auf LinkedIn. In seinem Versicherungsbüro Wild & Partner empfängt hingegen Bürohund Bruno die Kunden. Der entspannte Labrador, das verriet Wild vor kurzem in einem Gespräch mit der HNA, sei auch eine „Trumpfkarte fürs Teambuilding“. Und um Teams, um das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden, geht es Alexander Wild sowohl im eigenen Büro als auch im Kontakt zu seinen Kunden.

Business Plan trifft Culture Plan

„Was machst du wirklich als Firma für deine Mitarbeiter?“, fragt er. Und liefert eine Antwort gleich hinterher: „Da ist oft zu hören: Gehalt oder betriebliche Altersvorsorge. Ganz moderne Unternehmen bieten vielleicht auch noch eine betriebliche Krankenversicherung und E-Bike-Leasing. Doch das erfüllen mittlerweile viele.“ Wild erneuert seine Frage: „Was machst du also als Firma darüber hinaus?“

Ein Teil seiner Lösung ist sein Culture-Plan – basierend auf Inhalten eines Buches, das sich auf globaler Ebene mit Unterschieden in den Kulturen beschäftigt. „Holländer und Japaner etwa haben eine völlig andere Feedbackkultur“, erklärt der Versicherungsexperte, „solche Erkenntnisse kann man auch regional runterbrechen.“ Und genau das bietet Alexander Wild – neben vielfältigen Versicherungslösungen – seinen Kunden an.

Mitarbeitern Ängste nehmen

Wilds Kerngeschäft sind Betriebliche Krankenversicherungen (BKV) und Betriebliche Altersvorsorge. „Viele Menschen haben Angst vor Rechnungen“, erklärt er. „Gute Arbeitgeber sind gut darin, Menschen Ängste zu nehmen. Dazu gehört auch die Angst vor großen Rechnungen – etwa durch eine BKV.“ Als Beispiel nennt er eine Zahnzusatzversicherung, die Kosten absichert, die in gesetzlichen Leistungen nicht übernommen werden. „Wenn ich als Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung von 20 Euro anbiete, ist das nicht wirklich motivierend. Das aber verpackt in solch einer Absicherung – das ist ein richtiger Mehrwert“, sagt Wild, der mehrere hundert Unternehmen betreut.

Cyberversicherung schützt die Wirtschaft

Immer wichtiger werde nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg auch eine Cyberversicherung, die gegen Datenverlust durch Hacker absichere – und das sogar rückwirkend gilt, da nicht auszuschließen ist, dass das System bereits infiziert sein kann. „Der Hackermarkt ist so attraktiv, dass die durchschnittlichen Schadenssummen immer niedriger werden, weil auch kleine Unternehmen als Angriffsziele attraktiv sind“, weiß er aus Erfahrung. Und deswegen ist ihm diese Versicherung besonders wichtig: „Sie schützt die Wirtschaft und schafft zudem ein Vertrauensverhältnis.“

Beschäftigte zu Botschaftern machen

Ein solches ist auch erforderlich, wenn er mit dem Culture-Plan seine besondere Zusatzleistung anbietet. Wer sich mit seiner Belegschaft beschäftigt, sagt Wild, wird schnell erkennen, dass Qualifikation als alleiniges Entscheidungs- oder Einstellungsmerkmal zu kurz gedacht ist. Es müsse – gerade angesichts des Fachkräftemangels und des Bedarfs an ausländischen Kräften – den Unternehmen daher zum einen gelingen, die Mitarbeitenden zu Botschaftern zu machen und sie auch als Akquisiteure zu nutzen.

Eine neue zusätzliche Herausforderung bestehe darin, zu erfahren, wie sich das eigene Unternehmen kulturell überhaupt zusammensetzt. Wild nennt das „Business Plan meets Culture Plan“ – und hat das auch bereits bei einigen seiner Kunden umgesetzt. Wer etwas Geld in die Identifizierung seiner Belegschaft investiert, davon ist Wild überzeugt, erhält vieles zurück:

  1. Vertrauen: Die Pionierarbeit mit einem Culture-Plan und dem damit verbundenen Interesse an den Beschäftigten bindet diese an das Unternehmen.
  2. Akquise: Zufriedene Mitarbeiter öffnen Türen im Freundes- und Bekanntenkreis, der in großen Teilen einen ähnlichen sozialen Status oder Bildungsstand hat.
  3. Qualifizierung: Wer sich im Rahmen eines Culture-Plans mit den Mitarbeitern beschäftigt, kann auch neue Fähigkeiten bei ihnen identifizieren und nutzen.

„Natürlich bedeutet das Aufwand“, weiß Alexander Wild. Er sagt aber auch: „Das ist wichtig für viele Unternehmen. Wer hier nicht tätig wird, wird zukünftig ein Problem haben.“ Deswegen bietet er seine Beratung in diesem Bereich seit fast zwei Jahren an, meist im Zusammenhang mit BKV oder BAV: „Ich glaube an diese Vision und will Unternehmen dazu befähigen, das selbst umzusetzen.“

Culture Plan schafft Vertrauen

Hilfe bietet Wild etwa, indem er Handouts für jede Nationalität entwickelt, die in der Firma beschäftigt ist – „damit die Arbeitgeber wissen, worauf sie achten müssen und was die wichtigsten Parameter sind“.

Wild nennt Beispiele: „Wenn ich viele Mitarbeiter aus Rumänien habe, aber nicht weiß, welches der wichtigste rumänische Feiertag ist – dann habe ich ein Problem.“ Oder: „Ramadan, Neujahr bei den Chinesen, der Geburtstag der Kinder von Mitarbeitern, Vereinszugehörigkeit, spezielles Hobby – das Wissen darüber können Arbeitgeber nutzen, um den Beschäftigten zu zeigen, dass sie einem wichtig sind.“

Wie wichtig ihm selbst dieses Thema ist, zeigt sich in der Überzeugung, mit der er darüber spricht. Gleichzeitig ist Wild bewusst, dass eine solche Herangehensweise für viele neu ist und ungewohnt – und sicher auch manchmal kritisch gesehen wird: „Wer mir sagt, wo das mal hinführen soll als Chef, dem sage ich: Idealerweise dahin, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei allen Überlegungen zum Job immer den Arbeitgeber positiv im Hinterkopf haben.“

Jens Nähler
Jens Nähler

Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführer SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen.
Telefon: 0561 1091-322
Mobil: 0175 3289031
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