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Coralie Zilch, VhU Nordhessen: Bürgergeld muss grundsaniert werden

28. Mrz 2024

Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen

Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen

Die saisonübliche Frühjahrsbelebung lässt die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Kassel etwas sinken. So gibt es momentan in der Stadt Kassel, dem Landkreis Kassel und dem Werra-Meißner-Kreis 17.744 registrierte Personen ohne Beschäftigung. Das sind damit 272 weniger als im Februar, aber 244 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 6,1 Prozent. Im Vormonat waren es 6,2 Prozent, im Vorjahresmonat 6,1 Prozent gewesen.

Für Coralie Zilch, Geschäftsführerin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen, bleibt in Bezug auf den Arbeitsmarkt das Thema Bürgergeld im Fokus: „Es ist der Job von Arbeitslosen im Bürgergeldbezug, täglich nach Arbeit zu suchen, um nicht mehr auf die Unterstützung durch die Gemeinschaft angewiesen zu sein. Die Mitarbeiter der 26 hessischen Jobcenter helfen dabei nach Kräften.“

Hindernisse wie fehlende Berufsausbildung und Deutschkenntnisse oder gesundheitliche Probleme könnten eine Arbeitsaufnahme im Einzelfall erschweren, machten diese aber nicht unmöglich. Zilch: „Die Jobcenter müssen Leistungsbezieher aktivieren und regelmäßig zu Gesprächen einladen – auch wenn dies seit der Bürgergeldreform schwerer ist. Deshalb muss das Bürgergeld nach der vermurksten Reform jetzt grundsaniert werden.“

Die aktuellen Vorschläge der CDU gehen für die VhU-Geschäftsführerin alle in die richtige Richtung: Eigenverantwortung stärken, Arbeitsanreize verbessern, Bedürftigkeit von Anfang an prüfen und Missbrauch konsequent verhindern.

Luft nach oben bei Vermittlungsgeschwindigkeit

Unter den rund 100.000 offenen Stellen in Hessen seien auch gut 20.000 Helferstellen. Mit großem Abstand Hauptgrund für Besetzungsschwierigkeiten seien fehlende Bewerber. Zilch: „Im Schnitt 152 Tage bis zur Besetzung offener Stellen durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter ist ein Allzeithoch – und das bei steigenden Arbeitslosenzahlen. Das zeigt, dass es bei der Vermittlungsgeschwindigkeit Luft nach oben gibt.“

Die Geschäftsführungen der Jobcenter sowie Regionaldirektion und Sozialministerium als deren Aufsicht müssten die Jobcenter-Mitarbeiter darin stärken, dass ihre wichtige Arbeit gleichermaßen im Fordern, Fördern und Vermitteln besteht.

Die Geschäftsführerin der VhU Nordhessen abschließend: „Schließlich muss die notwendige Grundsanierung des Bürgergelds zum Bürokratieabbau genutzt werden. So müssen die Sanktionsregeln für die Jobcenter einfacher zu handhaben und wirksamer werden.“

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