Die DIAKO Kinder- und Jugendhilfe Waldeck-Frankenberg gGmbH gehört zur Unternehmensgruppe der DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH, einem Unternehmen der beiden Stiftungen Waldecksches Diakonissenhaus Sophienheim Bad Arolsen und Stiftung Hospital St. Elisabeth Frankenberg. Seit über 150 Jahren steht die Einrichtung für professionelle und zugewandte Kinder- und Jugendhilfe im heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Das Unternehmen besteht seit 1872, beschäftigt rund 100 Mitarbeitende und bietet alle Angebote der Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII.
Ganz im Sinne des Claims „Gemeinsam Mensch sein“ ist es der DIAKO wichtig, ausgehend vom christlichen Menschenbild einander auf Augenhöhe zu begegnen. Die beiden Geschäftsführer Oswald Beuthert (Sprecher) und Stefan Kiefer stellen sich den Fragen unserer Rubrik „CEO im Interview“. Die Frage, warum ein diakonisches Unternehmen Mitglied im Unternehmerverband Nordhessen werden, beantworten beide unisono: „Weil wir uns eine bessere Vernetzung mit anderen Unternehmen versprechen und unsere Arbeitgebermarke weiter stärken wollen.“
„Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit mit anderen entwickeln“
Wie war Ihr bisheriger Werdegang?
Oswald Beuthert: Ich bin mit fünf Geschwistern in Köln aufgewachsen, nach dem Abitur studierte ich Evangelische Theologie, Fast zwei Jahrzehnte war ich Gemeindepfarrer in Nidderau im Rhein-Main-Gebiet, absolvierte ein berufsbegleitendes Masterstudium „Unternehmensführung im Wohlfahrtsbereich“ und bin jetzt seit 2012 Vorstandsvorsitzender und Sprecher der Geschäftsführung in den Gesellschaften und Stiftungen der Unternehmensgruppe „DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH“.
Stefan Kiefer: Meine Kindheit verbrachte ich in Korbach im Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo ich auch eine kaufmännische Ausbildung absolvierte. Es folgte ein betriebswirtschaftliches Studium in Gießen, danach war ich über 20 Jahre im HR-Bereich eines Unternehmens der Maschinenbau- und Fahrzeugindustrie tätig – über 14 Jahre in leitender Funktion. Seit 2012 bin ich Geschäftsführer in der Sozialbranche und seit 2019 Vorstand der Stiftungen und Geschäftsführer der Gesellschaften der Unternehmensgruppe „DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH“.
Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?
Beuthert: Die Möglichkeit, gestalten zu können und Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit mit anderen zusammen zu entwickeln.
Kiefer: Ein Unternehmen, welches eine wichtige Rolle für die Gesellschaft – und damit nicht zuletzt auch für die Wirtschaft spielt, unter den gegebenen Finanzierungsbedingungen wirtschaftlich erfolgreich zu führen.
Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?
Beuthert: Ich nehme mir regelmäßig zwei Abende in der Woche frei und versuche am Wochenende, wenig zu arbeiten. Ich gehe an einem Abend in der Woche mit meiner Frau Tanzen, unternehme gerne mit Familie und Freunden etwas, fahre Fahrrad, walke und gehe ins Fitnesscenter. Wenn ich Zeit habe, lese ich auch sehr gerne.
Kiefer: An einem der beiden Wochenendtagen arbeite ich nicht. Dort ist dann Zeit zu joggen, Fahrrad zu fahren, Freunde zu treffen und mit der Familie Zeit zu verbringen.
„Junge Menschen motivieren, Verantwortung zu übernehmen“
Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?
Kiefer: Junge Menschen in der Region halten und für die Region gewinnen. Dazu ist zum einen eine permanente Evaluation und Anpassung der Ausbildungs- und Studienangebote an geänderte Rahmenbedingungen notwendig. Zum anderen sind auch die Unternehmen gefragt, wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen zu schaffen, die junge Menschen motivieren, Verantwortung zu übernehmen.

Beuthert: Der demografische Wandel ist eine Herausforderung, der wir uns tagtäglich stellen müssen. Damit einhergehend ist eine gute Infrastruktur wichtig. Ich denke nur an die Funklöcher in unserer Gegend oder den wenig ambitionierten Glasfaserausbau. Eine Aufgabe der Zukunft wird sein, lange Wege kürzer zu gestalten. Was meine ich: Wir müssen es als Gesellschaft schaffen, bestimmte Leistungen zu konzentrieren und nicht alles in der vereinzelten Struktur unserer sehr ländlich geprägten Lebenswelt vorhalten zu müssen. Nicht in jedem Ort und nicht in jedem Dorf werden wir z.B. Altenpflegeeinrichtungen vorhalten können. Auch werden wir heutige Standards, wie z.B. in der Sozialwirtschaft, verändern müssen, um die gesellschaftlichen Entwicklungen auffangen zu können.
Kinder- und Jugendhilfe gestaltet Zukunft
Was konkret unternehmen Sie gegen den Fachkräftemangel?
Beuthert & Kiefer: Wir bilden in großen Umfang aus, indem wir die PIA-Ausbildung und duale Studiengänge unterstützen; auch stellen wir Anerkennungspraktikanten an. Zudem werben wir seit vielen Jahren über social media für unsere Jobangebote und haben mit der „DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH“ eine klare Arbeitgebermarke entwickelt.
Welchen Trend beobachten Sie in Ihrer Branche?
Beuthert & Kiefer: Die Kinder- und Jugendhilfe wird zunehmend kleinteiliger, z.B. werden Gruppen immer kleiner. Gleichzeitig wächst der Personalbedarf, die Löhne steigen seit einigen Jahren erheblich, so dass die Kinder- und Jugendhilfe für die Träger der Jugendhilfe (Städte und Landkreise) eine kaum zu stemmende Last darstellen. Gleichzeitig ist jeder Euro, den wir in Kinder und Jugendliche investieren ein gut investierter Euro, weil er Zukunft gestaltet. Seit Corona sind zudem die Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe massiv gestiegen, da offensichtlich gesellschaftliche und familiäre Systeme nicht mehr ausreichend stabil und widerstandsfähig sind. Hier brauchen wir adäquate Antworten.
Herr Beuthert, Herr Kiefer, vielen Dank für Ihre Zeit!

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