Der Unternehmerverband Nordhessen (UNH) hat bei seiner Mitgliederversammlung die wachsende Bürokratielast für Unternehmen scharf kritisiert und spürbare Entlastungen gefordert. Für viele Betriebe seien nicht nur Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheit ein Problem, sondern zunehmend auch bürokratische Anforderungen, langwierige Genehmigungen und unklare Zuständigkeiten. Vorstand und Geschäftsführung mahnten deshalb einen deutlich wirtschaftsfreundlicheren Kurs in Verwaltung und Politik an.
Der Vorstandsvorsitzende Thomas Meyer machte deutlich, dass das Thema Bürokratie aus Sicht vieler Unternehmen inzwischen eine zentrale Belastung sei. Wer investieren, bauen, erweitern oder Personal gewinnen wolle, brauche verlässliche und schnelle Verfahren statt immer neuer Hürden. Die nordhessischen Unternehmen seien widerstandsfähig, arbeiteten aber vielerorts an der Belastungsgrenze. Umso wichtiger seien politische Verlässlichkeit, weniger bürokratische Hemmnisse und eine Verwaltung, die wirtschaftliche Entwicklung möglich mache, statt sie auszubremsen.
Fachkräftemangel bremst auch im Tagesgeschäft
Als weiteres drängendes Problem sieht der UNH den Fachkräftemangel. Er bremse viele Unternehmen inzwischen nicht nur beim Wachstum, sondern zunehmend auch im Tagesgeschäft. Nötig seien deshalb schnellere Vermittlung, bessere Integration und eine Standortpolitik, die Arbeiten und Leben in der Region attraktiver mache. Dazu gehörten aus Sicht des Verbands auch bezahlbarer Wohnraum, gute Infrastruktur und verlässliche kommunale Rahmenbedingungen.
Hauptgeschäftsführerin Coralie Zilch verwies zugleich auf die Stärken Nordhessens. Die Region verfüge über industrielle Kompetenz, Innovationskraft und eine starke Lage in der Mitte Deutschlands. Diese Chancen könnten aber nur genutzt werden, wenn Entscheidungen schneller getroffen, Verfahren beschleunigt und wirtschaftspolitische Strategien vor Ort auch konsequent umgesetzt würden.
Nachwuchssicherung und Vernetzung
Der Unternehmerverband hob seine Aktivitäten zur Nachwuchssicherung und Vernetzung hervor. Netzwerke wie SCHULEWIRTSCHAFT und die Beteiligung an Formaten wie JUNIOR (Schülerfirmen) und UNIKAT (Ideenwettbewerb) sollen junge Menschen früh an wirtschaftliche Themen und unternehmerisches Denken heranführen. Auch Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und digitale Transformation will der UNH im Netzwerk seiner Mitgliedsunternehmen weiter vorantreiben. Im vergangenen Jahr organisierte der Verband 58 Veranstaltungen mit insgesamt 2324 Teilnehmern.
Die Mitgliederversammlung fand im Haus der Arbeitgeberverbände in Kassel statt. Wahlen standen nicht an. Vorstand, Geschäftsführung und Rechnungsprüfer wurden für 2025 entlastet, der Haushaltsplan 2026 beschlossen. Der Mitgliedsbeitrag bleibt unverändert. Der Verband zählt aktuell 186 Mitgliedsunternehmen.
Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführer SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen.
Telefon: 0561 1091-322
Mobil: 0175 3289031
E-Mail







