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Zilch: Immer höhere Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel verhindern

3. Jan. 2025

Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen

Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen

Mit 350 Personen ist die Zahl der Arbeitslosen in Stadt und Landkreis Kassel sowie dem Werra-Meißner-Kreis im Dezember 2024 auf 17.946 Personen gestiegen. Im Vorjahresmonat waren 1.071 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Zudem stieg die Arbeitslosenquote erneut auf 6,1 Prozent. Im Vormonat lag die Quote bei 6,0 Prozent, im Vorjahr bei 5,8 Prozent.

Coralie Zilch, Geschäftsführerin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen, warnt daher: „Dem Arbeitsmarkt in Hessen droht mit deutlich mehr Arbeitslosen bei gleichzeitigem Fachkräftemangel eine immer größere Spaltung. Deshalb dürfen Jobcenter und Arbeitsagenturen in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, Arbeitslose in Beschäftigung zu vermitteln. Denn trotz schwieriger Wirtschaftslage gibt es hessenweit rund 100.000 offene Stellen, etwa für Verkäufer, Lageristen sowie Erzieher und Sozialarbeiter. Aber auch der Maschinenbau, Bürojobs, das Handwerk oder das Reinigungsgewerbe bieten viele Jobchancen.“ Zilch ruft die Politik dazu auf, das zu hoch ausgestaltete Bürgergeld auf Aktivierung auszurichten: durch Rücknahme der erleichterten Vermögens- und Wohnkostenprüfung und durch Verschärfung der Sanktionsvorschriften.

„Fast-Lane für Fachkräfte aus dem Ausland“ umsetzen

„Doch selbst bei bester Ausschöpfung des inländischen Potenzials entsteht durch den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge eine immer größere Fachkräftelücke – und das über alle Branchen hinweg. Daher braucht es dringend auch mehr gesteuerte Fachkräftezuwanderung“, so Zilch.

„Brauchen eine sozialpolitische Kehrtwende“

Besorgt blickt die Geschäftsführerin auf die stetig steigenden Sozialabgaben, die weniger Netto für die Arbeitnehmer und höhere Arbeitskosten für den Arbeitgeber bedeuteten: „Die nächste Bundesregierung muss die standortfeindlich hohen Sozialabgaben endlich mit einem generationengerechten Finanzierungskonzept auf unter 40 Prozent bringen. Hierzu brauchen wir eine sozialpolitische Kehrtwende, insbesondere mit Strukturreformen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Entsprechende Vorschläge hat die VhU vorgelegt: etwa die Abschaffung der abschlagfreien Frührente oder eine kapitalgedeckte Ergänzung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Auch die jüngst beschlossene Krankenhausreform habe Potenzial und müsse im Land zügig umgesetzt werden. „Allerdings lehnen wir die Verschiebung von 25 Milliarden Euro für einen sog. Transformationsfonds auf die Beitragszahler ab. Denn zuständig für Investitionskosten sind die Länder, in deren Planungshoheit die sanierungsbedürftigen Krankenhausstrukturen schließlich auch entstanden sind“, so Zilch.

Weiterführende Informationen

VhU-Positionspapier „Gesamtsozialversicherungsbeitrag unter 40 Prozent begrenzen – mit politischem Mut für eine generationengerechte Reform der Sozialversicherung

Quelle: VhU

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