Mit den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für Hessen werden die Alarmsignale am Arbeitsmarkt immer lauter, sagt Coralie Zilch, Geschäftsführerin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen. Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel im August 2025 gestiegen.
19.532 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 290 Personen mehr als im Juli (+ 2 Prozent) und 1.198 Personen bzw. 7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,6 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,2 Prozent. Der Agenturbezirk umfasst Stadt Kassel, Landkreis Kassel und Werra-Meißner-Kreis – die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier.
Arbeitsmarkt gerät zunehmends aus dem Gleichgewicht
Mit rund 213.000 Arbeitslosen und einer Quote von 6,0 Prozent liegt die August-Arbeitslosigkeit in Hessen so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig haben Unternehmen wachsende Besetzungsprobleme bei Fachkräftestellen. Zilch: „Sobald die Konjunktur hoffentlich wieder anzieht, wird sich der Fachkräftemangel massiv verschärfen. Der Arbeitsmarkt gerät damit zusehends aus dem Gleichgewicht. Deshalb muss die Bundesregierung nun endlich mit den notwendigen und überfälligen Reformen aktiv gegensteuern.“
Besorgniserregend sei, dass selbst offene Stellen für Helfertätigkeiten immer schwerer besetzt werden könnten.
„Dies passt nicht zu immer mehr Arbeitslosen, die keinen Berufsabschluss haben. Und es ist ein klarer Hinweis darauf, dass das sogenannte Bürgergeld-System mit deutlich schärferen Sanktionsmöglichkeiten und besseren Anreizen zur Arbeitsaufnahme generalsaniert werden muss.“
Reformbedarf in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
Wegen der Alterung der Gesellschaft, hohen Steuern und Abgaben, fehlenden Wirtschaftswachstums und des riesigen Schuldenpakets sieht die VhU dringenden Reformbedarf in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. „Sozialversicherungen und der Sozialstaat müssen insgesamt reformiert und zukunftsfest aufgestellt werden. Die abschlagfreie Rente mit 63 muss sofort auslaufen, um den Verlust erfahrener Fachkräfte zu verhindern. Und die Sozialversicherungsbeiträge müssen durch ausgabensenkende Strukturreformen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung wieder unter 40 Prozent gebracht werden. So bleiben Beschäftigungschancen erhalten und den Beschäftigten mehr Netto vom Brutto“, sagt die Geschäftsführerin der VhU Nordhessen.
Mit Blick auf die Ankündigung der Bundesregierung, in den kommenden Monaten weitere Reformkommissionen einzusetzen, erklärt Zilch: „Kommissionen sind kein Ersatz für entschlossenes Handeln. Angesichts der alarmierenden Entwicklung am Arbeitsmarkt und der seit Jahren steigenden Abgaben und Lohnzusatzkosten sind schnelle und konkrete Reformschritte nötig. Sonst droht Deutschland, immer mehr den Anschluss zu verlieren.“
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