Eschwege. Wie moderne Diagnostikprodukte entstehen und welche beruflichen Perspektiven die Biotechnologie bietet, erlebten die Mitglieder des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Werra-Meißner bei einer Betriebsbesichtigung des Unternehmens MP Biomedicals in Eschwege. Insgesamt 16 Teilnehmende aus Schule und Wirtschaft nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen des international tätigen Life-Science-Unternehmens zu blicken. Organisiert wurde der Unternehmensbesuch von Imke Carl, Sprecherin von SCHULEWIRTSCHAFT Werra-Meißner.
Ausbildung und Karrierechancen in der Biotechnologie-Branche
Zum Auftakt der Veranstaltung gaben Personalleiter Robert Reinosz sowie sein HR-Team mit Emma Vogt und Immanuel Kacik in einem rund 30-minütigen Vortrag einen Überblick über das Unternehmen, die internationalen Aktivitäten sowie über Ausbildungs- und Karrierewege am Standort Eschwege. Vor allem Industriekaufleute sowie Kaufleute für Büromanagement werden hier ausgebildet. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Perspektiven für Chemikerinnen und Chemiker sowie Möglichkeiten für duale Studiengänge. „Uns ist wichtig, jungen Menschen früh zu zeigen, wie vielfältig und spannend die Arbeit in einem internationalen Biotechnologie-Unternehmen sein kann. Der Austausch mit Schulen hilft uns dabei, Interesse für naturwissenschaftliche und kaufmännische Berufe zu wecken“, betonte der Personalchef.
MP Biomedicals mit Hauptsitz in Kalifornien entwickelt und vertreibt weltweit Life-Science-Produkte, Feinchemikalien und Diagnostiklösungen, die unter anderem in der Grundlagenforschung, der klinischen Diagnostik sowie in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt werden. Seit mehr als 50 Jahren unterstützt das Unternehmen Wissenschaftler dabei, neue Erkenntnisse zu gewinnen und medizinische Innovationen voranzutreiben.
Der Standort in Eschwege besteht seit 1985 und beschäftigt heute rund 35 Mitarbeitende, darunter acht Auszubildende. Mit einem Jahresumsatz von etwa 15 Millionen Euro ist das Unternehmen ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Gleichzeitig ist die Belegschaft international geprägt: Mitarbeitende aus insgesamt elf Nationen arbeiten am Standort zusammen.
Durch das Unternehmen führten Prokurist Jan Gaßmann und Dr. Kristin Jakobshagen, verantwortlich für Produktion und Qualitätsmanagement. Sie erläuterten die Produktionsabläufe und gaben Einblicke in die Organisation des Unternehmens.
Diagnostik-Innovation: Corona-Tests von MP Biomedicals setzten neue Qualitätsmaßstäbe
Der Schwerpunkt am Standort Eschwege liegt auf der Herstellung von Absorbentien, Diagnostikprodukten sowie Reinigungsdetergenzien für Labore. Präzise chemische Analysen – etwa zur Bestimmung von pH-Werten oder Korngrößen – sind dabei ein zentraler Bestandteil der Arbeit. „Eine besondere Rolle spielt zudem die Einhaltung der DIN-Norm 13485, die hohe Qualitätsanforderungen für In-vitro-Diagnostika und Medizinprodukte festlegt“, betonen Gaßmann und Dr. Jakobshagen.
Ein besonderes Beispiel für die Innovationskraft des Unternehmens ist der eigene Corona-Test von MP Biomedicals. Er gehörte zu den ersten Tests, die erfolgreich in das europäische IVDR-Verfahren überführt werden konnten – ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Diagnostikprodukten.
Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt von der Verbindung aus internationaler Forschung, regionaler Verwurzelung und modernen Produktionsstandards. Der Besuch bot nicht nur Einblicke in die Praxis eines global agierenden Unternehmens, sondern auch wertvolle Informationen über Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten für junge Menschen in der Region.
Die nächste Veranstaltung des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Werra-Meißner führt am 20. Mai nach Witzenhausen. Unter dem Titel „Ausbildung in der ersten Bio-Brauerei in Hessen“ erhalten die Teilnehmenden dann Einblicke in Produktion und Ausbildung bei Schinkels Brauhaus. Anmeldung ist erforderlich.
Referentin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführerin SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen
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