Rheinmetall und das Land Hessen wollen 285 Millionen Euro in den Aufbau eines „Defence Hub Nordhessen“ investieren. 260 Millionen Euro kommen vom Unternehmen, 25 Millionen Euro vom Land. Geplant sind der Ausbau des Rheinmetall-Werks in Kassel, ein Logistik- und Trainingszentrum am Kassel Airport und ein Drohnentestzentrum. Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze sollen in Kassel und Calden entstehen.
Ministerpräsident Boris Rhein, Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori und Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger unterzeichneten am Donnerstag am Flughafen in Calden eine entsprechende Absichtserklärung. Die Vereinigung der hessischen Unternehmverbände (VhU) Nordhessen unterstützt die Pläne.
Bei Rheinmetall in Kassel arbeiten derzeit über 2000 Menschen. Der Standort soll Zentrum der Produktion des Radpanzers Boxer werden. Ab 2029 sollen dort mehr als 500 Fahrzeuge gefertigt werden.
Für Carsten Rahier, Vorstandsvorsitzender der VhU Nordhessen, ist die Botschaft eindeutig: „Die Investitionen von Rheinmetall und des Landes Hessen sind ein starkes Vertrauensvotum für den Standort Nordhessen. Sie schaffen hochwertige Industriearbeitsplätze, stärken unsere Zulieferer und zeigen, dass industrielle Kompetenz, Innovationskraft und Fachkräfte auch künftig die Grundlage unseres Wohlstands sind.“
Die VhU Nordhessen rechnet mit positiven Effekten bei vielen lokalen Stakeholdern in der Region weit über den geplanten Defense Hub Nordhessen hinaus – bei Zulieferern aus Industrie, Handwerk und Logistik sowie im Handel und in der Aus- und Weiterbildung.
„Neue Industriearbeitsplätze bedeuten Ausbildungsplätze, Einkommen und Steuereinnahmen in der Region“, ordnet Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen, ein. „Gerade weil viele klassische Industriebereiche unter Druck stehen, zählt jedes Wachstumsfeld, das industrielle Kompetenz in Nordhessen hält. Kassel ist seit jeher ein starker Standort der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Dieser Ausbau in unserer Region ist daher besonders zu begrüßen.“
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Kassel Airport wird ausgebaut
Besonderes Gewicht misst die VhU Nordhessen der Entwicklung des Kassel Airport bei. Neben dem Logistik- und Trainingszentrum soll dort ein Drohnentestzentrum von Rheinmetall entstehen. Das Land will den Flughafen zudem stärker für Trainingsflüge der Bundeswehr und für die Erprobung neuer Drohnentechnologien nutzen. Am Standort baut die Technische Universität Darmstadt bereits das Hessische Drohnenkompetenzzentrum auf.
Damit bestätigt sich eine Position, für die die VhU Nordhessen seit Langem wirbt: Flughafen und Gewerbestandort gehören zusammen.
„Der Kassel Airport ist mehr als seine Passagierzahl. Er ist strategische Infrastruktur – und heute sieht man, was daraus entstehen kann“, sagt Zilch.
Rüstungsschwerpunkt rund um Kassel
Die Ankündigung reiht sich in weitere Entwicklungen ein. Neben Rheinmetall unterhalten auch KNDS und Airbus Helicopters Werke in Kassel. In Wolfhagen hat HENSOLDT im Juni ein Logistikzentrum eröffnet, das die zentrale Ersatzteillogistik der Bundeswehr unterstützt und mehr als 70 Arbeitsplätze bietet. Nach Angaben des hessischen Wirtschaftsministeriums sind landesweit rund 80 Unternehmen an der Produktion von Rüstungs- oder rüstungsnahen Gütern beteiligt, mit einem erkennbaren Schwerpunkt rund um Kassel.
Aus Sicht der VhU Nordhessen kommt der Investition damit auch sicherheitspolitische Bedeutung zu. Eine belastbare Verteidigungsfähigkeit setzt eine leistungsfähige industrielle Basis voraus: Werke, Forschung, Fachkräfte und verlässliche Lieferketten.
Rahier abschließend: „Nordhessen entwickelt sich zu einem Schlüsselstandort für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien in Deutschland. Eine starke Verteidigungsfähigkeit braucht eine starke industrielle Basis. Mit dieser Investition werden Wertschöpfung, Technologiekompetenz und strategische Infrastruktur in unserer Region nachhaltig gestärkt.“
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