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Zilch: Neue Grundsicherung muss Langzeitarbeitslose schneller in Arbeit bringen

29. Mai 2026

Eine Schlange Menschen vor der Agentur für Arbeit.

Dieses Symbolbild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel – bestehend aus der Stadt Kassel, dem Landkreis Kassel und dem Werra-Meißner-Kreis – waren im Mai 18.466 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 546 Personen weniger (-3 Prozent) als im April und 511 Personen beziehungsweise 3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 6,3 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,4 Prozent.

Mit Blick auf die Möglichkeiten der neuen Grundsicherung ab dem 1. Juli fordert Coralie Zilch, Geschäftsführerin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen, dass die hessischen Jobcenter diese konsequent nutzen. Fast 77.000 Langzeitarbeitslose in Hessen seien auch Folge unzureichender Aktivierungsmöglichkeiten im bisherigen Bürgergeld.

Im Agenturbezirk Kassel ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit April 2019 von 4.071 auf 6.271 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs um 2.200 Personen beziehungsweise rund 54 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg in der Stadt Kassel mit 57 Prozent und im Landkreis Kassel mit 60 Prozent aus; im Werra-Meißner-Kreis lag das Plus bei 34 Prozent. Landesweit liegt der Anstieg der Langzeitarbeitslosen bei 60 Prozent.

Lesen Sie auch: Stabilisierung bei verhaltener Dynamik – Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Kassel

Zilch erklärt: „Jobcenter und Landesregierung müssen dafür schon jetzt Anzahl und Taktung der persönlichen Einladungen als zentrales Aktivierungsinstrument deutlich erhöhen. Denn rund 15.000 unbesetzte Helferstellen in Hessen bieten sehr konkrete Einstiegschancen.“ Sei eine Sofortvermittlung in Arbeit nicht möglich, sollten Arbeitslose die zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen der Arbeitsverwaltung nutzen — von der Weiterbildung bis zum Eingliederungszuschuss.

Die VhU-Geschäftsführerin betont zugleich, dass die rund 30.000 zusätzlichen Langzeitarbeitslosen in Hessen seit 2019 auch Folge der längsten Wirtschaftsflaute in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland seien. Deshalb müsse der Bundesgesetzgeber endlich Reformen für geringere Arbeitskosten durch ausgabensenkende Sozialreformen, mehr Flexibilität beim starren Arbeitszeitgesetz, günstigere Energiepreise und weniger Bürokratie angehen.

Zilch: „Die hessische Landesregierung muss den heimischen Standort etwa mit schnelleren Genehmigungsverfahren unterstützen. Das stärkt die Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen.“

Prozentualer Anteil der Langzeitarbeitslosen am Arbeitslosenbestand von April 2019 bis April 2026 im Land Hessen sowie in den hessischen Kreisen und kreisfreien Städten.

Jens Nähler

Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführer SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen.
Telefon: 0561 1091-322
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