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Massive Kostensteigerungen – Jedes fünfte M+E-Unternehmen fürchtet um Existenz

22. Jun 2022

Oliver Barta, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von HESSEN­METALL und Verhandlungsführer

Die Unternehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) sind mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert. 92 Prozent aller Betriebe erklärten in einer Umfrage, davon betroffen zu sein, 77 Prozent in substanziellem Umfang. 

Frankfurt am Main. Gerade einmal drei Prozent aller M+E-Firmen sind in der Lage, die derzeitigen Kostensteigerungen durch Preiserhöhungen vollständig an die Kunden weiterzugeben. Über drei Viertel der Unternehmen rechnen mit einem Gewinnrückgang. Das ist das Ergebnis einer HESSENMETALL-Umfrage unter seinen Mitgliedern, an der im Zeitraum vom 16. bis 31. Mai 2022 118 Unternehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie mit rund 60.000 Beschäftigten teilgenommen haben.

Verhandlungsführer Barta: „Forderungsempfehlung unangemessen“

Angesichts dieser Zahlen und den bevorstehenden Tarifverhandlungen erklärt HESSENMETALL-Verhandlungsführer Oliver Barta: „Die Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstands an die regionalen Tarifbezirke ist angesichts der angespannten Situation unserer Industrie völlig unangemessen. Fast alle M+E-Unternehmen in Hessen sind von erheblichen Kostensteigerungen betroffen. Zwei Drittel müssen im Strukturwandel eigentlich dringend erforderliche Investitionen zurückfahren oder verschieben. Und jedes fünfte Unternehmen fürchtet um seine Existenz. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld und der weiterhin gestörte Welthandel werfen uns weiter zurück. Zwar versucht die Mehrheit der Unternehmen ihre Lieferketten zu diversifizieren, allerdings rechnen nur 8 Prozent damit, in diesem Jahr ohne Einschränkungen produzieren zu können.“

Unsicherheit über weitere wirtschaftliche Entwicklung

Barta weiter: „Der Kostendruck ist massiv angestiegen. Gleichzeitig sind die Reserven nach zwei Jahren Pandemie, in denen die Beschäftigung fast vollständig erhalten wurde, vielfach aufgebraucht. Dabei erfordert der Strukturwandel Investitionen in neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle, um die gutbezahlten Industriearbeitsplätze weiterhin zu sichern. Das ist angesichts der Wettbewerbsnachteile, mit denen sich rund 40 Prozent der Unternehmen infolge der Kostenexplosion konfrontiert sehen, eine riesige Herausforderung.“ Die Breite der Unternehmen sei unterschiedlich stark von der aktuellen Lage betroffen, dazu herrsche überall große Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Pressestelle
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