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„Langzeitarbeitslose identifizieren und qualifizieren – Vermittlungsvorrang beibehalten“

30. Nov. 2022

Quelle: hobbitfoot - adobe-stock.de

Im November ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Kassel (Stadt und Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) gegenüber dem Vormonat Oktober um 315 auf insgesamt 16.418 gesunken. Die Arbeitslosenquote sinkt damit um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent. Gleichzeitig bleibt der Bestand an offenen Stellen in Nordhessen auf einem hohen Niveau: Es sind 4032 offene Stellen gemeldet.

Dazu Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände Nordhessen (VhU): „Arbeitslosigkeitsrisiko Nummer 1 ist eine fehlende Ausbildung: Zwei Drittel der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld-II-Bezieher haben keinen Berufsabschluss, ein Viertel keinen Schulabschluss und viele sind der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig.“

Deshalb, so Kümpel, sei es zwar eine richtige Idee, dass mit dem sogenannten Bürgergeld auch die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen erheblich vorangebracht werden soll: „Aber Fördermöglichkeiten gab es auch bisher schon in Hülle und Fülle – doch werden sie von den Langzeitarbeitslosen viel zu selten angenommen.“

„Chancen der Qualifizierung erkennen“

Die anspruchsvolle Aufgabe der Jobcenter in Nordhessen sei es, diejenigen noch besser zu identifizieren, die sich qualifizieren können und wollen. „Alle anderen müssen weiter so rasch wie möglich in Arbeit vermittelt werden“, so der Geschäftsführer der VhU Nordhessen: „Entscheidend ist, dass die Langzeitarbeitslosen selbst die Chancen einer Qualifizierung erkennen und die Mühen auf sich nehmen wollen. Hierzu wird das neue Weiterbildungsgeld von 150 Euro kaum etwas beitragen, ebenso wenig wie die schon vor einigen Jahren eingeführte Weiterbildungsprämie.“

Die Jobcenter müssten deshalb weiter alles daransetzen, um Langzeitarbeitslose für eine Qualifikation zu motivieren und gleichzeitig Hindernisse wie etwa eine fehlende Kinderbetreuung aus dem Weg räumen.

„Abschaffung des Vermittlungsvorrangs rückgängig machen“

Die von den Ampelkoalitionären gefeierte Abschaffung des Vermittlungsvorrangs drohe hingegen zum Bumerang zu werden – Langzeitarbeitslose, die sich nicht von einer Qualifizierung überzeugen lassen, könnten schwerer in Helferjobs vermittelt werden, die dann auch nicht als Chance zum Aufstieg genutzt werden können. „Die Abschaffung des sogenannten Vermittlungsvorrangs sollte rückgängig gemacht werden. Schon bisher sind die Jobcenter verantwortungsvoll damit umgegangen und haben aussichtsreiche Qualifizierungsmaßnahmen ermöglicht“, so Kümpel abschließend.

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