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Jobcenter: VhU mahnt Neuordnung der Arbeitsverwaltung an

30. Jan. 2026

Eine Schlange Menschen vor der Agentur für Arbeit.

Dieses Symbolbild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) im Januar 2026 gestiegen. 19.793 Menschen waren arbeitslos gemeldet, das sind 1218 Personen mehr (7 Prozent) als im Dezember und 384 Personen bzw. 2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein gemischtes Bild: Im Januar wurden 620 neue Stellen gemeldet. Das sind 116 weniger als im Dezember, aber 83 mehr als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen lag bei 3324.

„Auch unter schwierigeren Arbeitsmarktbedingungen erzielen gemeinsam von Bundesagentur und Kommunen betriebene Jobcenter im Durchschnitt bessere Vermittlungsergebnisse als rein kommunale Jobcenter. Dies gilt für Hessen und für Deutschland. So kann es nicht bleiben. Dieser systematische Befund ist ein klarer Hinweis darauf, dass Organisation und Steuerung eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Coralie Zilch, Geschäftsführerin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen.

Arbeitsvermittlung als wichtigste Aufgabe müsse in allen Jobcentern absolute Priorität bekommen. Zilch: „Über 20 Jahre nach der letzten großen Organisationsreform ist es Zeit für einen Neuaufschlag in der Arbeits- und Sozialverwaltung.“

Die Einbeziehung der Kommunen bei der Unterstützung von Grundsicherungsbeziehern sei ein wichtiger Erfolgsfaktor der letzten großen Arbeitsmarktreform und müsse beibehalten werden. Ohne Frage gebe es auch sehr vermittlungsstarke kommunale Jobcenter. „Aber“, so die VhU-Geschäftsführerin, „die insgesamt besseren Ergebnisse sprechen dafür, in einer Jobcenter-Kooperation zwischen Kommune und Arbeitsagentur die Vermittlungsarbeit den Agenturen zu überlassen. Dies reduziert das komplexe Behördengeflecht, beseitigt Schnittstellen und würde endlich zu einer einheitlichen IT-Struktur führen. In über 20 Jahren ist es nicht gelungen, einen regelmäßigen digitalen Austausch zwischen Arbeitsagenturen und kommunalen Jobcentern zu organisieren.“

Coralie Zilch abschließend: „Land und Kommunen in Hessen tragen besondere Verantwortung, die Arbeitsverwaltung schlagkräftiger aufzustellen und an einer Reform konstruktiv mitzuarbeiten. Denn in keinem anderen Bundesland werden anteilig so viele Arbeitslose von kommunalen Jobcentern betreut“.

Weiterführende Informationen:

IW-Kurzbericht 102/2025 – Grundsicherung: Kommunale Jobcenter integrieren seltener in Arbeit (PDF)

Jobcenter in Hessen im Vergleich nach Trägertypen (PDF)

Die rund 216.000 Arbeitslosen in Hessen werden von insgesamt 36 Behörden in drei unterschiedlichen Organisationsformen betreut. Arbeitslosenversicherung: 10 hessische Arbeitsagenturen betreuen rund 81.000 Arbeitslose; Grundsicherung/Bürgergeld: 10 gemeinsame Jobcenter der Arbeitsagenturen und Kommunen unterstützen rund 61.000 Arbeitslose sowie 16 rein kommunale Jobcenter rund 74.000 Arbeitslose.

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