Die nordhessischen Metall-, Elektro- und IT-Unternehmen bilden weiterhin aus und wollen den weit überwiegenden Teil ihrer diesjährigen Absolventinnen und Absolventen übernehmen. Zugleich zeigt die regionale Ausbildungsumfrage von HESSENMETALL deutlichen Handlungsbedarf beim Übergang von der Schule in den Beruf. Die Betriebe fordern eine frühere und praxisnähere Berufsorientierung, eine stärkere Vermittlung grundlegender Kompetenzen und leistungsfähige Berufsschulen.
An der regionalen Auswertung beteiligten sich 22 Mitgliedsunternehmen, die zusammen 658 junge Menschen ausbilden. Von 72 Auszubildenden, die im Sommer 2026 ihre Ausbildung abschließen, sollen 64 übernommen werden. Mit 89 Prozent liegt die Übernahmequote in Nordhessen über dem hessenweiten Wert von 85 Prozent.
„Unsere Betriebe stehen zur dualen Ausbildung und eröffnen jungen Menschen verlässliche berufliche Perspektiven. Damit das gelingt, brauchen Jugendliche schon früh realistische Einblicke in Berufe sowie sichere schulische Grundlagen“, sagt Coralie Zilch, Geschäftsführerin von HESSENMETALL Nordhessen.
Die Ausbildungsplanung fällt dennoch zurückhaltend aus. Von 19 Unternehmen mit Angaben für 2026/2027 planen neun mit weniger Ausbildungsplätzen als im Vorjahr – das ist fast jedes zweite Unternehmen gegenüber 36,2 Prozent hessenweit. Sechs Betriebe wollen ihr Angebot konstant halten, vier wollen es ausweiten.
Lesen Sie auch: Die Ergebnisse der Ausbildungsumfrage für ganz Hessen
Berufsorientierung wird zum regionalen Schlüsselthema
14 von 20 antwortenden Unternehmen (70 Prozent) sehen Defizite bei der beruflichen Orientierung junger Menschen. Hessenweit sind es 58 Prozent. Schwierigkeiten, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden, nennen 75 Prozent der Unternehmen als eine der größten Heraus-forderungen der dualen Ausbildung.
Besonders ausgeprägt ist aus Sicht der Betriebe der Nachholbedarf beim Arbeits- und Sozialverhalten angehender Auszubildender (85 Prozent). Außerdem beobachten viele Unternehmen Nachholbedarf bei schulischen Basiskenntnissen und lernmethodischen Fähigkeiten wie Selbstorganisation und Lernstrategien.
Daraus leiten die Unternehmen klare Erwartungen an das Bildungssystem ab. Alle 19 Betriebe, die diese Frage beantworteten, halten eine systematischere Förderung des Arbeits- und Sozialverhaltens für wichtig oder sehr wichtig. Zudem wird eine bessere personelle und technische Ausstattung der Berufsschulen von fast 90 Prozent als wichtig oder sehr wichtig erachtet.
„Arbeits- und Sozialverhalten müssen systematischer gefördert und die Berufsschulen personell wie technisch gestärkt werden. Das verbessert die Voraussetzungen für erfolgreiche Ausbildung und sichert langfristig den Fachkräftenachwuchs in Nordhessen“, so Coralie Zilch.
HESSENMETALL-Ausbildungsumfrage 2026: Ergebnisse für Nordhessen
Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführer SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen.
Telefon: 0561 1091-322
Mobil: 0175 3289031
E-Mail







