Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen hat Carsten Rahier auf seiner 79. Jahreshauptversammlung einstimmig als Vorstandsvorsitzenden im Amt bestätigt. Auch der Vorstand und der Mitgliederrat erhielten das einstimmige Votum der Mitgliederversammlung.
Neben den klaren Personalentscheidungen setzte der Verband auch inhaltlich ein deutliches Signal: Angesichts steigender Insolvenzen und massiver Standortprobleme forderten die Arbeitgebervertreter bessere Rahmenbedingungen für die Metall-, Elektro- und IT-Industrie in der Region.
Rahier, seit 2014 Vorsitzender des Verbandes und geschäftsführender Gesellschafter der sera Group in Immenhausen, eröffnete die Veranstaltung mit Klartext zur wirtschaftlichen Lage: Bundesweit sind nach Angaben von Gesamtmetall bis zu 150.000 Arbeitsplätze in der Branche gefährdet.
Strukturelle Krise trifft auch Nordhessen
„Die Metall- und Elektro-Industrie ist nicht mehr in einer konjunkturellen Schwäche – wir stecken in einer strukturellen Krise. Und diese trifft längst auch Nordhessen“, machte Rahier deutlich. Als zentrale Belastungsfaktoren benannte er anhaltend hohe Energie- und Arbeitskosten, übermäßige Regulierung, fragile Lieferketten und fehlende Planungssicherheit.
Die Metall-, Elektro- und IT-Unternehmen seien das Herzstück der regionalen Wertschöpfung, Jobmotor und Innovationstreiber, so Rahier. Als Verband bündele HESSENMETALL Nordhessen diese Interessen und gebe ihnen Gewicht.
Die einstimmigen Wahlen, das hob der Vorsitzende hervor, seien ein starkes Signal für Kontinuität, Geschlossenheit und Verantwortung in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit. Dazu ergänzte er: „Unsere Industrie braucht keine Sonntagsreden mehr. Wir brauchen spürbare Entlastungen, Tempo und verlässliche Rahmenbedingungen – und zwar jetzt. Nordhessen ist stark – aber unsere Unternehmen können ihre Kraft nur dann voll entfalten, wenn Politik und Verwaltung endlich konsequent auf Wettbewerbsfähigkeit setzen.“
Tarifpolitik Stellschraube für Wettbewerbsfähigkeit
Neben den Wahlen zog Geschäftsführerin Coralie Zilch Bilanz über die Verbandsarbeit und machte deutlich, was eine Mitgliedschaft konkret bedeutet. Unter anderem bearbeitete die Rechtsabteilung des AGV Prozess- und Beratungsakten im vierstelligen Bereich – von komplexen Betriebsänderungen über Eingruppierungsfragen, bis hin zu zahlreichen arbeitsgerichtlichen Verfahren.
Zilch: „Unsere Mitglieder brauchen einen Verband, der ihre Interessen nachhaltig vertritt und zugleich verlässlich im operativen Alltag begleitet. Genau dafür stehen wir: mit arbeitsrechtlicher und tarifpolitischer Expertise, mit einem starken Netzwerk und kurzen Wegen in Politik und Verwaltung sowie mit Angeboten zur Fachkräftegewinnung und Nachwuchssicherung.
Mit Blick auf die bevorstehenden Tarifrunden mit der IG Metall mahnte sie eine Tarifpolitik an, die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Realität zur Prämisse hat. Tarifpolitik sei keine Formalie, sondern eine der wirksamsten Stellschrauben für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.
Dem Vorstand des AGV HESSENMETALL Nordhessen gehören neben Carsten Rahier als Vorsitzendem folgende Personen an:
- Moritz Bartling (teamnext GmbH & Co. KG, Kassel)
- Andreas Brand (Senior Flexonics GmbH, Kassel)
- Dr. Hans-Friedrich Breithaupt (F. W. Breithaupt & Sohn GmbH & Co. KG, Kassel)
- Hauke Schuler (Daimler Truck AG, Mercedes-Benz-Werk Kassel)
- Christian Söllner (TROX X-FANS GmbH, Bad Hersfeld) sowie
- Karsten Stückrath (ARVOS Schmidtsche Schack GmbH, Kassel).
Auch der Mitgliederrat Nordhessen wurde neu gewählt; ihm gehören 15 Vertreter aus den Mitgliedsunternehmen an.
HESSENMETALL Nordhessen vertritt mehr als 160 Mitgliedsunternehmen der Metall-, Elektro- und IT-Industrie mit rund 26.000 Beschäftigten in der Region.
Mitgliederrat von HESSENMETALL Nordhessen
Neu gewählt wurden:
- Jörg Bettenhausen, PRÄWEMA Antriebstechnik GmbH
- Oliver Bracht, eoda GmbH
- Thomas Giebisch, Bode – Die Tür GmbH
- Klaus Ginter, PACOMA GmbH
- Jens Harde, Weidemann GmbH
- Jan Kristof Noll, AUTARK GmbH
Das ist der Mitgliederrat.
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