Die Arbeitslosigkeit in Nordhessen ist im Februar leicht gesunken. Im Februar waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Kassel – dazu zählen Stadt und Landkreis Kassel sowie der Werra-Meißner-Kreis – 19.521 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 272 Personen weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,6 Prozent (wie auch vor einem Jahr).
Auffällig bei den aktuellen Zahlen: Die Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen in Hessen liegt inzwischen bei 2,6 Prozent – das ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. In Kassel ist die Lage noch angespannter: Hier beträgt die Quote über 4,5 Prozent und liegt damit deutlich über dem Landesschnitt. Das teilt die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) mit.
„Im festgefahrenen hessischen Arbeitsmarkt ist die Akademikerquote zwar weiterhin niedriger als die Gesamtarbeitslosigkeit, aber sie steigt spürbar. Das ist ein Warnsignal – auch für eine starke Bildungsregion wie Kassel“, sagt Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen.

Besonders bemerkenswert: In einzelnen nordhessischen Kreisen kehrt sich das bisherige Muster sogar um. Im Kreis Waldeck-Frankenberg liegt die Arbeitslosenquote unter Akademikern inzwischen über der Quote von Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Im Schwalm-Eder-Kreis bewegen sich beide Gruppen auf nahezu gleichem Niveau.


Landesweit beträgt die Arbeitslosenquote von Menschen mit Berufsausbildung 2,9 Prozent – und liegt damit nur noch knapp über der Akademikerquote.
Wirtschaft fehlen qualifizierte Fachkräfte
Für Coralie Zilch ist das kein Zufall. Seit Jahren verschiebe sich das Verhältnis zwischen akademischer und beruflicher Bildung deutlich zugunsten des Studiums. Gleichzeitig fehle es der Wirtschaft vor allem an beruflich qualifizierten Fachkräften.
Zilch betont, dass ein Hochschulabschluss weiterhin gute Chancen eröffne. Doch in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation, strukturellen Wandels und Investitionszurückhaltung steige auch hier der Wettbewerbsdruck: „Wer trotz abgeschlossenem Studium keinen Job findet, sollte jetzt aktiv gegensteuern. Räumliche und fachliche Flexibilität, gezielte Weiterqualifizierung oder auch der Wechsel in praxisnahe Tätigkeitsfelder können neue Türen öffnen.“
Gleichzeitig mahnt die VhU-Geschäftsführerin politische Reformen an, um die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen zu stärken. Dazu gehörten aus Sicht der Arbeitgeber geringere Lohnnebenkosten durch Strukturreformen in den Sozialversicherungen, mehr Flexibilität im Arbeitszeitrecht, wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren.
„Die hessischen Unternehmen brauchen jetzt ein Reform-Aufbruchsignal. Ohne investitionsfreundliche Rahmenbedingungen werden wir keine neue Dynamik am Arbeitsmarkt sehen“, so Zilch.
Weiterführende Informationen:
PDF: Empfehlungen der Wirtschaftsorganisationen zum Übergang Schule-Beruf in Hessen (2022)
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