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Zukunftsstandort Nordhessen: Drohnenkompetenzzentrum, Innovationspark Defense and Mobility und resiliente Energie

27. Mai 2026

Von links: Carsten Rahier (Vorstandsvorsitzender der VhU Nordhessen), Coralie Zilch (Geschäftsführerin der VhU Nordhessen), Dr. Anne Fenge (Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e. V.), Dr. Vladimir von Schnurbein (stellv. Hauptgescäftsführer der VhU) und Prof. Dr. Michael Grömling (Institut der deutschen Wirtschaft, Köln)

Von links: Carsten Rahier (Vorstandsvorsitzender der VhU Nordhessen), Coralie Zilch (Geschäftsführerin der VhU Nordhessen), Dr. Anne Fenge (Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e. V.), Dr. Vladimir von Schnurbein (stellv. Hauptgeschäftsführer der VhU) und Prof. Dr. Michael Grömling (Institut der deutschen Wirtschaft, Köln)

Das geplante Drohnenkompetenzzentrum am Kassel Airport in Calden ist für die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen mehr als ein Einzelprojekt – es ist ein Standortsignal. Bei der Beiratssitzung am 26. Mai im Haus der Arbeitgeberverbände in Kassel machte der Vorstandsvorsitzende Carsten Rahier deutlich: Die Region hat die Substanz für Zukunftstechnologien. Was fehlt, ist mehr Tempo bei Planung, Genehmigung und Umsetzung.

Das Zentrum, das die Technische Universität Darmstadt mit Unterstützung der Hessischen Landesregierung aufbauen soll, zielt darauf ab, Drohnentechnologien schneller aus Forschung und Erprobung in die Anwendung zu bringen. Die Eröffnung ist noch für 2026 geplant. Für Rahier ist das ein klares Signal, dass der Standort Kassel Airport eine neue Rolle übernehmen kann: als Plattform für Zukunftstechnologien, Sicherheitsanwendungen und wissensbasierte Wertschöpfung.

„Das Drohnenkompetenzzentrum verbindet wissenschaftliche Stärke, praktische Erprobung und wirtschaftliche Anwendung an einem Standort. Damit bekommt Nordhessen die Chance, bei einer wichtigen Zukunftstechnologie sichtbar und wettbewerbsfähig voranzugehen“, sagte Rahier.

Innovationspark Mobility and Defense in Nordhessen

Für die VhU Nordhessen ist das Projekt zugleich ein Baustein für eine strategische Weiterentwicklung des Kassel Airports. Drohnen und unbemannte Luftfahrtsysteme können neue Anwendungen in Verteidigung, Industrie, Medizin und Logistik ermöglichen. Damit fügt sich das Vorhaben in die Bestrebungen zum Aufbau eines Innovationsparks Mobility and Defense ein, der Mobilität, Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien sowie Dual-Use-Güter stärker zusammenführen soll.

Eng damit verknüpft sieht die VhU Nordhessen eine zweite strategische Chance: Nordhessen als Modellregion für nachhaltige und resiliente Energiesysteme. Energieerzeugung, Netze, Speicher, Wasserstoff, industrielle Anwendung und Resilienz müssten zusammengedacht werden – nicht nur für den Klimaschutz, sondern als industrielles und wirtschaftliches Zukunftsmodell. Beide Felder zahlen auf wirtschaftliche Resilienz ein; das Drohnenzentrum zusätzlich auf Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.

Die Region, so Rahier, werde durch zu hohe Kosten, schwache Investitionen, überbordende Bürokratie, zu langsame Genehmigungsverfahren, Infrastrukturengpässe und Fachkräftemangel gebremst: „Was wir jetzt nicht brauchen, sind Klein-Klein, Sonntagsreden und immer neue Belastungen. Wir brauchen politischen Mut, Tempo, verlässliche Entscheidungen, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in Unternehmerinnen und Unternehmer“, sagte er vor Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft.

Konkrete Kritik übte Rahier etwa an der Infrastrukturlage. Bei der A44 befinde sich der wichtige westliche Lückenschluss zwischen Dreieck Lossetal und Helsa-Ost weiterhin erst in Planung. Noch drängender sei die Lage bei der Bergshäuser Brücke, einem neuralgischen Punkt für Pendlerverkehre, Lieferketten und Standorterreichbarkeit. Auch die Kasseler Stadtverkehrspolitik nahm er in die Pflicht: Mobilitätskonzepte müssten neben dem Radverkehr auch den Pendel- und Fließverkehr von Personen und Schwerlast durch die Stadt sowie Parklösungen einschließen: „Jeder Stau kostet Zeit und Geld und sorgt nicht zuletzt für unnötige Emmissionen.“

Der Vorstand des VhU-Beirats Nordhessen

Im Rahmen der Sitzung der VhU Nordhessen wurde der Beiratsvorstand neu gewählt. Neu hinzu kommen Frank Baum, Inhaber der Baum & Söhne Möbelwerkstätten und Obermeister der Schreinerinnung, sowie Kai Emmeluth, Geschäftsführer der Emmeluth Baugesellschaft mbH. Wiedergewählt wurden Jörn Berszinski, Lukas Frankfurth, Martin Kersten und Carsten Rahier.

Verabschiedet wurde Dr. Anne Fenge. Sie gehörte dem VhU-Beirat Nordhessen seit 2008 an und war seit 2010 als Vertreterin des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e. V. Mitglied im Vorstand. Die VhU Nordhessen dankte ihr für ihre starke Stimme, ihren Einsatz und ihr langjähriges Engagement für die Belange der nordhessischen Wirtschaft.

Carsten Rahier wurde im Anschluss an seine Wiederwahl für zehn Jahre als Vorsitzender des VhU-Beirats Nordhessen geehrt. Rahier führt das Gremium seit dem 12. September 2016. Geschäftsführerin Coralie Zilch würdigte seine Verlässlichkeit, sein ehrenamtliches Engagement und seinen Einsatz für die Interessen der nordhessischen Unternehmen gegenüber Politik, Öffentlichkeit, Verbänden und Mitgliedsunternehmen.

Kommt Deutschland wieder in Schwung?

Den wirtschaftlichen Rahmen lieferte Prof. Dr. Michael Grömling vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Unter dem Titel „Kommt Deutschland wieder in Schwung?“ zeichnete er ein alarmierendes Bild der deutschen Volkswirtschaft – unter Druck durch demografischen Wandel, geopolitische Verschiebungen, Transformation und technologischen Innovationswettlauf. Für die VhU Nordhessen ist das ein klarer Auftrag: Die Region muss ihre Stärken in Industrie, Logistik, Energie, Forschung und Sicherheitswirtschaft enger vernetzen – und braucht dafür verfügbare Flächen, schnelle Genehmigungen und eine Politik, die Wachstum nicht nur ankündigt, sondern ermöglicht.

Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz als zentrale Standortfragen

Dr. Vladimir von Schnurbein, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der VhU, stellte die Aktivitäten im Bereich Sicherheit und Verteidigung sowie Ergebnisse des Industrietrialogs mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium und dem DGB vor. Seine Botschaft: Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz sind angesichts der geopolitischen Lage keine Randthemen, sondern zentrale Standortfragen.

Jens Nähler

Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im HAUS DER ARBEITGEBERVERBÄNDE NORDHESSEN und Geschäftsführer SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen.
Telefon: 0561 1091-322
Mobil: 0175 3289031
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