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Dipl.-Ing. Thomas Meyer

Zusatzinformation

Fragen an den Unternehmer: Thomas Meyer

Das Format "Fragen an den Unternehmer" hat zum Ziel, Unternehmer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf acht Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle UNH-Mitglieder teilnehmen. Heute setzen wir die Reihe fort mit dem UNH-Mitglied KM architekten bda in Ahnatal.

Herr Meyer, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und was bietet das Unternehmen?

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Thomas Meyer, KM architekten bda, Ahnatal

1999 habe ich mich mit meinem Geschäftspartner Keivan Karampour als KM architekten bda in Ahnatal selbständig gemacht. Zunächst mit nur einer Mitarbeiterin. Dann ist ungefähr jedes Jahr ein neuer Mitarbeiter hinzugekommen. Letztes Jahr konnten wir mit Herrn Dipl.-Ing. Marc Köhler einen jungen Kollegen als Partner hinzugewinnen. Aktuell arbeiten am Standort Ahnatal 12 Personen. Unser Standort in Bad Oeynhausen ist nach Bedarf besetzt.  
Wir planen Hochbauprojekte aller Art wie Schulen, Kindergärten, Einfamilienhäuser, Industriehallen, Bürogebäude, Kirchen, Gemeindehäuser, usw., usw. sowohl im Neubau- als auch im Sanierungsbereich. Unsere Bauvorhaben entstehen dabei im Wesentlichen in Deutschland, mittlerweile aber auch im Ausland.
Am interessantesten sind oft Bauvorhaben mit denen man sich zuvor noch nie beschäftigt hat. Hier muss man viel tiefer einsteigen, als bei den Bauvorhaben, bei denen bereits zahlreiche Erfahrungen vorliegen. Aus unserer  Sicht bringen aber gerade diese Bauvorhaben für den Bauherren oftmals den größten Gewinn, weil wir unbelasteter und damit auch kreativer an neue Aufgaben herangehen. 

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden?

Nach verschiedenen Stationen in Leitungspositionen als angestellter Architekt stand ich vor der Frage welche Möglichkeiten für die Zukunft bestehen könnten.
Mein alter Studienfreund Keivan Karampour hatte sich ein Jahr zuvor selbständig gemacht und schlug daher vor, den zukünftigen Weg gemeinsam zu gehen.
Wir kannten uns gut. Daher fiel mir die Entscheidung leicht. Trotz vieler auch kritischer Situationen habe ich die Entscheidung nie bereut.

Was schätzen Sie daran Geschäftsführer zu sein?

An erster Stelle mit großem Abstand – die Möglichkeit selbst zu gestalten.
Als weitere Gründe könnte ich nennen, dass die Möglichkeit sein Leben selbstständig zu organisieren selbstbewusst macht oder, dass ich meine Zeit selbst einteilen kann, dass ich keinen Chef „ertragen“ muss, aber das alles steht weit hinter der Genugtuung ein gutes Gebäude gestaltet zu haben (gelingt auch nicht immer) zurück.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Die Freizeit ist sicher begrenzt. Ich bin verheiratet und habe 3 Kinder. Darüber hinaus fahre ich Mountain-Bike  und mache Musik.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die größte Herausforderung ist die Provinzialisierung zu überwinden, Wenn Nordhessen dauerhaft wahrgenommen werden will, muss es sich stärker zusammenschließen. Dazu gehört dann auch Südniedersachsen. Nur auf den eigenen Kirchturm beschränkte Entscheidungen bremsen eine gemeinsame Entwicklung in der Mitte Deutschlands oft aus und schwächen die Vorteile die unsere Region bietet.
Als konkrete Aufgaben sehe ich hier zuallererst die Weiterentwicklung der Infrastruktur in den Bereichen Universität, Verkehr und Tourismus, die Steigerung der Attraktivität der Stadt Kassel, um auch für die Unternehmensgründer und Hochqualifizierten ein interessantes Ziel zu sein und die schone lange fällige Regionalreform.

Warum sind Sie Mietglied im UNH geworden?

Dazu gibt es mehrere Gründe: Oftmals  bewegen sich Unternehmen nur im Dunstkreis des eigenen Aufgabenbereichs. Wir sind neben der Mitgliedschaft im UNH auch berufsständig organisiert – über die Architektenkammer und über den BDA (Bund Deutscher Architekten). Spannend werden Kontakte, wenn sie über die Grenzen des eigenen beruflichen Handelns hinausgehen. Zu verstehen, wie andere Unternehmer „ticken“ wo deren Schwerpunkte liegen, bringt auch für uns eine veränderte Sicht auf unsere eigene Tätigkeit. Darüber hinaus: gemeinsame Interessen verbinden. Das Haus der Arbeitgeberverbände ist eine hervorragend organisierte Plattform, die viele unterschiedliche Bereiche (z.B. Rechtsberatung, Unternehmernetzwerk oder auch Fortbildungsangebote) mit einschließt.

Was schätzen Sie besonders am UNH?

Wenn man die anfängliche Befangenheit überwunden hat, stellt man fest, dass im Haus der Arbeitgeberverbände ein sehr unkomplizierter aber auch verbindlicher Ton herrscht. Darüber hinaus gibt bei vielen Fragen vorbildliche Unterstützung durch die Rechtsabteilung, die Presseabteilung oder das Bildungswerk des VSB. Der UNH selbst ist ein gut funktionierendes wachsendes Netzwerk nordhessischer Unternehmer. Hier gibt es sicher noch viel Potential zu heben, aber wir sind dank der guten Zusammenarbeit der Mitglieder und innerhalb des Vorstands auf einem guten Weg.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Viele Jugendliche haben keine Vorstellung von der Arbeitswelt und erst recht keine Vorstellung was es heißt etwas zu unternehmen.
Dabei sind gerade Jugendliche diejenigen, die stärker als andere ihr Leben ausprobieren wollen, und interessiert sind an neuen Erfahrungen.
Ich glaube hier muss man ansetzen. Aus eigener Erfahrung als Vater weiß ich wie leicht es eigentlich ist Kinder und Jugendliche zu begeistern, wenn sie aus ihrem Alltag ausbrechen können, wenn es darum geht neues zu erleben, selbst etwas zu schaffen oder eine eigene Idee umzusetzen. Daneben spielen natürlich auch die Lehrer eine entscheidende Rolle.
Ich glaube auch hier könnte man eine ganze Menge bewegen, wenn es gelingen würde, den Abstand der Schule zum Wirtschaftsleben zu verringern und den Austausch zu intensivieren.

Vielen Dank, Herr Meyer !

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