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Michael Hohmann

Fragen an den Unternehmer: Michael Hohmann

Fragen an den Unternehmer: Michael Hohmann

Das Format "Fragen an den Unternehmer" hat zum Ziel, Unternehmer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf acht Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle UNH-Mitglieder teilnehmen. Heute setzen wir die Reihe fort mit dem UNH-Mitglied Raiffeisenbank eG in Baunatal.

Herr Hohmann, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und was bietet das Unternehmen?

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Michael Hohmann, Vorstandsmitglied der RAIFFEISENBANK eG Baunatal, Vorsitzender Unternehmerverband Nordhessen e. V.
Die Wurzeln der Raiffeisenbank eG, Baunatal, reichen über 125 Jahre zurück. Die heutige Konstellation ist über die Zeit aus verschiedenen Fusionen erwachsen, bei denen sich nach und nach ehemals selbstständige Raiffeisenbanken in Baunatal, Schauenburg, Lohfelden, Kaufungen, Helsa, Nieste und Söhrewald zur heutigen Raiffeisenbank eG, Baunatal, zusammengeschlossen haben. Derzeit verfügt unser Haus über insgesamt 16 stationäre Geschäftsstellen. Die Hauptstelle befindet sich in Altenbauna. Kompetenzcenter werden in Lohfelden, Kaufungen und Elgershausen unterhalten.

In 2012 haben wir durchschnittlich 130 Arbeitnehmer beschäftigt, davon 9 Auszubildende. Hierbei betrug der Gesamtanteil der weiblichen Mitarbeiter 56 Prozent. Das durchschnittliche Alter unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt bei 47 Jahren und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 21 Jahren. Lokal verankert, überregional vernetzt, ihren Mitgliedern verpflichtet und demokratisch organisiert: Diese Merkmale kennzeichnen Genossenschaftsbanken wie die Raiffeisenbank eG Baunatal.

Als Genossenschaftsbank sind wir rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. Durch unsere Nähe zu den Menschen und zum Markt sind wir eng verbunden mit der Region. Wir können schnell und flexibel auf neue Situationen vor Ort reagieren, kennen den Markt und können ihn einschätzen. Es ist unser Ziel, unsere Kunden und Mitglieder wirtschaftlich zu fördern. Aus diesem Selbstverständnis heraus setzen wir uns auch für einen starken, unabhängigen Mittelstand ein.

Wir sind ein Allfinanzinstitut und bieten unseren Kunden eine breite Palette an Finanzdienstleistungen aus einer Hand. Dafür sorgt die enge Zusammenarbeit mit den leistungsfähigen Spezialinstituten der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der R+V Versicherung, der Fondsgesellschaft Union Investment sowie den Spitzeninstituten DZ BANK und WGZ Bank.

Wie sind Sie Vorstand geworden?

Nach meiner Ausbildung zum Bankkaufmann war ich zunächst über 10 Jahre als Prüfer beim Genossenschaftsverband tätig, bevor ich in 1995 zu der damals noch selbstständigen Raiffeisenbank Söhre-Kaufungerwald eG wechselte. In 1997 fusionierte die Raiffeisenbank Söhre-Kaufungerwald eG mit der Raiffeisenbank Baunatal-Schauenburg eG zu der heutigen Raiffeisenbank eG, Baunatal. Von 1995 bis 2003 habe ich dann nahezu alle Bereiche der Bank durchlaufen und diese als abteilungs- bzw. bereichsverantwortlicher Prokurist geleitet. In 2003 wurde ich vom Aufsichtsrat unseres Hauses zunächst zum stellvertretenden und in 2004 zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt.

Was schätzen Sie daran Vorstand zu sein?

Die Möglichkeit, einen wesentlichen Beitrag an der Gestaltung und Weiterentwicklung unseres Hauses leisten zu können, Ideen und Visionen hierfür zu entwickeln und diese auch umsetzen zu können. Auf diesem Weg möchte ich die Menschen, sei es die Mitarbeiter oder Kunden, mitnehmen, sie für Veränderungen begeistern und in diese Veränderungen führen.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Die vielfältigen Aufgaben bei der Raiffeisenbank eG fordern zwangsläufig erhebliche Zeitressourcen, auch in den Abendstunden und am Wochenende. Was dann an Freizeit noch übrig bleibt, gehört meiner Familie sowie meinen Hobbies Fußball (mittlerweile nur noch passiv), Radfahren und Wandern.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die Region Nordhessen hat in den letzten Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen. Das so erreichte Niveau gilt es zu halten und qualitativ weiter auszubauen. Hierzu muss weiter in die Menschen und deren Lebens- und Arbeitsbedingungen investiert werden. Nach wie vor stellen wir fest, dass hochqualifizierte junge Menschen unsere Region in Richtung der Ballungszentren verlassen, weil sie in Nordhessen nicht die Entwicklungschancen sehen bzw. haben. Dies hat zwangsläufig Auswirkungen auf die demographische Entwicklung unserer Region. Schon jetzt ist in einigen Landkreisgemeinden eine deutliche Überalterung der Bevölkerung festzustellen. Hier besteht nach wie vor Handlungsbedarf, zu dem die Kommunen aber auch die Unternehmen gefordert sind.

Unser Haus versucht, diesen Aspekten dadurch Rechnung zu tragen, dass wir regelmäßig junge Menschen ausbilden, diese – soweit möglich und von diesen gewollt – nach der Ausbildung übernehmen und im Rahmen von individuell vereinbarten Personalentwicklungsmaßnahmen weiter fordern und fördern. Die Aufstiegsmöglichkeiten in unserem Hause sind – soweit gewollt – gut. In unser Konzept soll zukünftig noch der familiäre Aspekt (z.B. Kinderbetreuung, Teilzeitjobs etc.) sowie das Thema „Gesundheitsprävention“ stärker eingebunden werden.

Insgesamt, so meine ich, können die Nordhessen stolz auf ihre Heimat und deren wirtschaftliche Entwicklung sein. Diesen Stolz sollten wir aber auch selbstbewusst zeigen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken und können uns erhobenen Hauptes den zukünftigen Herausforderungen stellen. Mit einer gehörigen Portion an Selbstwertgefühl lassen sich Herausforderungen bzw. Problemstellungen erfahrungsgemäß auch besser bewältigen.

Warum sind Sie Mitglied im UNH geworden?

Unser Haus und auch unsere Tochtergesellschaften sind schon seit vielen Jahren Mitglied des UNH.  Die Frage des Beitritts hat sich mir somit nicht gestellt.

Was schätzen Sie besonders am UNH?

Der gelebte Netzwerkgedanke der Mitglieder, die Leistungsfähigkeit der einzelnen Fachbereiche sowie insbesondere der unkomplizierte und dennoch verbindliche Umgang miteinander sind Merkmale, die ich spontan dem UNH zuschreibe.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Jungen Menschen muss die Möglichkeit gegeben werden, etwas zu probieren. Ihre Unbeschwertheit und ihre geistige Frische sollte deshalb in den Schulen und Betrieben stärker für innovative Projekte und nicht nur für statisches und monotones Lernen und Arbeiten genutzt werden. Über die so zu weckende Neugier können sich Kompetenzen wie Kreativität, Selbstmotivation und Eigenverantwortung – als wesentliche Eigenschaften für unternehmerisches Tun und Handeln - sukzessiv entwickeln.  

Die Jugendlichen lernen strukturierte Vorgehensmethoden und definieren für sich im Idealfall wieder Ziele, was ich als elementar erachte.

Vielen Dank, Herr Hohmann!

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