Hilfsnavigation

14.09.2017

Mehr Wirtschaft wagen! Staat soll Schiedsrichter sein, kein Mitspieler.

Großes Bild anzeigen
Von links: Dr. Clemens Christmann, Herbert Siedenbiedel, VhU Beiratsmitglied Dr. Anne Fenge, Beiratsvorsitzender Carsten Rahier und VhU-Geschäftsführer Jürgen Kümpel

„Wir brauchen eine regelorientierte Politik und keine, die sich in unternehmerisches Handeln einmischt. Der Staat sollte Schiedsrichter sein, kein Mitspieler. Und wir brauchen eine Renaissance des Unternehmertums. An die Politik geht daher die Aufforderung, mehr Wirtschaft zu wagen. Das erwarten die hessischen Unternehmen von der zukünftigen Landesregierung.“ Mit diesen klaren Worten hielt Dr. Clemens Christmann, VhU-Geschäftsführer Wirtschafts- und Umweltpolitik, im Rahmen der VhU-Beiratsitzung vor 20 Verbändevertretern ein flammendes Plädoyer für mehr Markt und Wettbewerb und weniger staatliche Regulierung. Der Staat solle keine Aufgaben übernehmen, die die Wirtschaft erfahrungsgemäß besser erledigen könne und vielmehr überbordende Bürokratie abbauen.

Carsten Rahier, Vorsitzender des nordhessischen Beirats der VhU, bekräftigte in seiner Begrüßung, Hessens Wirtschaft und seine Unternehmen bräuchten attraktive Standortbedingungen. Dazu gehöre auch eine Politik, die Bildung von Anfang an stärkt, die staatliche Investitionen, insbesondere in den Straßen- und Schienenbau, in die digitale Infrastruktur und Investitionen der Betriebe durch steuerliche Entlastung fördere.

„Wir erwarten von der Politik eine kraftvolle Unterstützung beim Freihandel, ein Ende der staatlichen Stromverteuerung, die Bewahrung der erfolgreichen Arbeitsmarktreformen und eine Deckelung der Sozialabgaben dauerhaft unter 40 Prozent“, bekräftigte Rahier.

Anstelle überflüssiger Regulierungen wie der „Anti-Stressverordnung“ müsse über die Flexibilisierung der Arbeitszeit nachgedacht werden: „Im digitalen Zeitalter, zum Beispiel durch Home-Office und mobiles Arbeiten, ändern sich die Rahmenbedingungen von Arbeit teilweise gravierend. Starre Arbeitszeitregelungen passen nicht mehr in die Zeit. Die starren Regelungen der täglichen Höchstarbeitszeit müssen durch eine Reform des Arbeitszeitgesetzes zu Gunsten der Betrachtung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit aufgegeben werden. Außerdem müssen die Reglungen der Ruhezeiten modifiziert werden, um den Beschäftigten und den Betrieben mehr Flexibilität in der Organisation der Arbeit geben zu können“, so Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der VhU Nordhessen.

Die Beiratsitzung fand im Druckhaus der HNA mit anschließendem Betriebsrundgang statt. Herbert Siedenbiedel, HNA-Geschäftsführer, hatte die Räume im Druckzentrum für die Sitzung zur Verfügung gestellt und begrüßte die Vertreter der Verbände.

Fragen an:
Achim Schnyder

Seite zurück Seite drucken