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Fragen an den Geschäftsführer: Heute Lars Ernst

Das Format "Fragen an den Geschäftsführer" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle UNH-Mitglieder teilnehmen. Heute setzen wir die Reihe fort mit Lars Ernst. Er ist Geschäftsführer der Flughafen GmbH Kassel in Calden und Vorstandsmitglied des UNH.

Seit wann besteht der Flughafen, was bietet er und wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

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Lars Ernst
Die Flughafen GmbH Kassel wurde bereits 1936 gegründet. Damals war der Standort noch in Kassel-Waldau. Seit den 70er Jahren gibt es den Flughafen Kassel in Calden; zunächst als Verkehrslandeplatz am „alten Standort“. Mit Eröffnung der neuen Flughafenanlage ist Kassel Airport ein Verkehrsflughafen geworden. Kassel Airport bietet kurze Wege, übersichtliche Strukturen, kundenfreundliche Abflugzeiten, zuverlässige Partner (mit Sundair und schauinsland-reisen), tolle Urlaubsziele, kostenfreie Parkplätze, eine moderne Infrastruktur – alles für einen entspannten Start in den Urlaub! Doch auch außerhalb des Flugverkehrs hat der Standort viel zu bieten: Viele Unternehmen haben sich hier bereits angesiedelt und zukünftig wird durch die Entwicklung und Vermarktung des Gewerbegebietes noch weiterer Platz für die Ansiedlung von Unternehmen geschaffen.

Aktuell beschäftigen wir etwa 160 Mitarbeiter.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Nach meiner juristischen Ausbildung (Volljurist) war ich zunächst als Rechtsanwalt und Steuerjurist tätig. Mein Einstieg in die „Flughafenwelt“ erfolgte am Bremen Airport. In 2010 habe ich meine Tätigkeit bei der Flughafen GmbH Kassel als Bereichsleiter aufgenommen. 2015 bin ich als Kaufmännischer Leiter und Prokurist Mitglied der Geschäftsführung geworden. Im vergangenen Jahr wurde ich durch den Aufsichtsrat als neuer Geschäftsführer bestellt.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Ich schätze Herausforderungen. Die Aufgaben eines Geschäftsführers sind sehr vielfältig, und als Unternehmer steht man einem breiten Spektrum an Herausforderungen gegenüber. An meiner Tätigkeit schätze ich besonders die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich immer wieder auf vielfältige Weise ergeben, und die Aufgabe, den Flughafen als Luftfahrtstandort zu entwickeln und „fit“ für die Zukunft zu machen.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Wenn Sie meine Familie fragen, wird die Ihnen antworten „zu wenig!" Selbstverständlich erfordert die Position viel Präsenz und Arbeitseinsatz - auch außerhalb der üblichen Bürozeiten. Wichtig ist aber nicht die Menge der Freizeit, sondern diese besonders wertzuschätzen und zu nutzen. Nicht umsonst wird im gesellschaftlichen Diskurs immer häufiger der aus den USA stammende Ausdruck „Quality time“ verwendet. Meine Freizeit gehört auf jeden Fall der Familie.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Einige große Herausforderungen wurden bereits geleistet, und Nordhessen hat sich zu einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen entwickelt. Die Digitalisierung ist eine technologische Revolution mit weitreichenden Folgen für nahezu alle Bereiche unserer Wirtschaft und unseres Alltags. Sie eröffnet enorme Chancen, konfrontiert uns aber auch mit großen Herausforderungen. Die Zukunft Nordhessens nachhaltig zu gestalten ist eine weitere Herausforderung. Hier gilt es, innovative Ideen und Lösungen für ein wirtschaftlich leistungsfähiges, ökologisch verträgliches und sozial gerechtes Nordhessen zu erarbeiten. Weitere aktuelle Herausforderungen sind der Klimawandel, die Ressourcenverknappung und der demografischen Wandel. Unsere große Aufgabe wird es sein, gemeinsam gute Strategien für eine lebenswerte Zukunft in Nordhessen zu erarbeiten.

Warum sind Sie Mitglied im Unternehmerverband geworden, und was schätzen Sie besonders am UNH?

Die Flughafen GmbH Kassel ist schon seit Jahren Mitglied im UNH. Ich schätze am UNH insbesondere das breite Spektrum der Leistungen. Wir bekommen hier stets kompetente Hilfestellung bei sozialpolitischen, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen sowie arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen. Ich schätze außerdem die starke Vernetzung der Unternehmen im Verband.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Bereits in der Erziehung und auch durch die Schule sollten Persönlichkeiten gestärkt und (unternehmerische) Talente gefördert werden. Jugendliche sollten früh Einblicke in Unternehmen bekommen und die Chance, sich auszuprobieren und zu testen, was ihnen liegt. Hilfreich sind auch Qualifizierungsprogramme, bei denen erfahrene Führungskräfte als Mentoren Jugendliche unterstützen und stärken. Auch Praktika sind ein guter Einstieg für die Jugendlichen. Praxisnähe, Sympathie und konstruktives Feedback helfen meines Erachtens enorm, um bei Jugendlichen den Unternehmergeist zu wecken und zu fördern.

Vielen Dank, Herr Ernst!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Unternehmerverband Nordhessen e. V. (UNH)

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