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Fragen an den Unternehmer: Heute Reiner Brandt

Das Format "Fragen an den Unternehmer" hat zum Ziel, Unternehmer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle UNH-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Reiner Brandt. Er ist Geschäftsführer unseres Mitgliedsunternehmens signet GmbH in Kassel.

Herr Brandt, seit wann besteht die signet Gesellschaft für innovative Bildung mbH, was bietet sie und wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

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Reiner Brandt, Geschäftsführer der signet GmbH in Kassel

Die signet wurde in 1996 gegründet. Damals waren wir ein kleines Team und der Standort war noch in der Mombachstraße 84. Auf 240 Quadratmetern Fläche haben wir schwerpunktmäßig Schulungen in Microsoft Office angeboten. Inzwischen stehen uns für unsere Bildungs- und Qualifizierungsangebote mehr als 1100 Quadratmeter zur Verfügung und die Angebotspalette umfasst über 500 Kurse, meist IT-Seminare. In zentraler Innenstadtlage, der Karthäuserstraße 8, bilden wir heute mehr als 80 Teilnehmer täglich aus und legen dabei Wert auf ein angenehmes und lernförderndes Ambiente. Aktuell beschäftigen wir 17 Mitarbeiter und arbeiten mit einem bundesweiten Netzwerk von über 150 Trainern zusammen.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Nach meiner Ausbildung zum DV-Kaufmann habe ich Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Ökonomie der Verwaltung (heute Wirtschaftsinformatik) mit dem Abschluss Dipl.-Oec. studiert. Zum Geschäftsführer wurde ich 1999 berufen und bin seit 2004 alleiniger Geschäftsführer der signet Gesellschaft für innovative Bildung mbH.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Besonders schätze ich es, Menschen erfolgreicher zu machen und ihnen bei der Wahl der richtigen Karriereschritte zu helfen. Ob dies meine Mitarbeiter sind oder unsere Kursteilnehmer, spielt für mich keine Rolle. Schon in den 90er Jahren waren die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer und die nachhaltige erfolgreiche Umsetzung des vermittelten Wissens in die berufliche Praxis ein Riesenansporn für mich. Die Möglichkeit, neue Bildungsprojekte erfolgreich umzusetzen und unserer Region zugänglich zu machen, schätze ich ebenfalls an meiner täglichen Arbeit.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Freizeit ist für mich ein Luxusgut, aber auch hier kann ich selten die Füße still halten und engagiere mich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Fußballtrainer. In den letzten drei Jahren als Jugendtrainer einer Hessenligamannschaft beim KSV Hessen Kassel. Ebenfalls im Ehrenamt engagiere ich mich im lokalen IT-Netzwerk e. V. und als Vorsitzender bei einer globalen Organisation für Zertifizierungsstandards und Karrieresupport für Open-Source-Profis, dem Linux Professional Institute. Meinen gut organisierten Mitarbeitern, die mit hoher Leistungsbereitschaft und Flexibilität ihrer täglichen Arbeit nachgehen, verdanke ich es, dass am Ende des Tages auch noch etwas „Quality time“ für meine Familie übrig bleibt.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die größten Herausforderungen sind für mich die Digitalisierung der Wirtschaft, der zunehmende Fachkräftemangel und der ungenügende Breitbandausbau, insbesondere im ländlichen Raum. Eine weitere große Herausforderung sehe ich darin, dass sich die wichtigen Akteure aus Politik, Wirtschaftsverbänden, IHK, Handwerkskammer, Institutionen und Unternehmen im Sinne der weiteren positiven Entwicklung besser vernetzen und zusammenarbeiten müssen. Ein erster bedeutender Schritt wurde nach längerem Anlauf durch die Schaffung des Arbeitskreises IKT Region Nordhessen geschafft. Es gilt jetzt, für diese elementaren Themen für unsere Region Lösungen zu erarbeiten und diese erfolgreich umzusetzen, damit Nordhessen auch in Zukunft eine attraktive Region zum Leben und Arbeiten ist. Mein Team und meine Firma werden im Bereich der Aus- und Weiterbildung auch weiterhin unser Möglichstes tun, um den IT-Fachkräftemangel zu reduzieren und Unternehmen zu helfen, die eigenen Fähigkeiten für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung nachhaltig auszubauen.

Warum sind Sie Mitglied im Unternehmerverband geworden, und was schätzen Sie besonders am UNH?

Wir sind erst seit kurzem Mitglied im UNH. Die rechtliche Beratung war von hoher Qualität, aber auch die Vernetzung und der Austausch mit wichtigen Unternehmen der Region war ein wichtiger Punkt für unsere Mitgliedschaft.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Den Abbau der vielen bürokratischen Hürden finde ich wichtig. Warum man es seitens der Politik der jungen Generation dadurch immer unattraktiver macht, ein Unternehmen zu gründen, ist für mich unverständlich. Die Unmengen an Steuergesetzen, Einschränkungen, aber auch z. B. die deutsche Gestaltung der ab Mai gültigen Datenschutzverordnung finde ich für die nachfolgende Gründergeneration verbesserungswürdig. Als weitere Punkte dürfen für mich aber auch die Klassiker wie die Vermittlung von Werten durch Schule, Vereine und Eltern nicht fehlen. Ich persönlich hätte es mir damals als Schüler gewünscht, dass es eine bessere Vernetzung zwischen Schulen, Universitäten und der Wirtschaft gegeben hätte. Einige gute Fortschritte wurden seitdem schon erzielt, aber es könnte noch besser werden.

Vielen Dank, Herr Brandt!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Unternehmerverband Nordhessen e. V. (UNH)

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